Montag, 26. Dezember 2011

Auswerten agiler Prozesse, wie soll das denn gehen…?!

Quick Guide:
Ich glaube die Frage ist recht schnell beantwortet: die Auswertung muss an einem Punkt ansetzten an dem der Prozess eben nicht mehr agil ist. Nehmen wir als Beispiel mal ein Softwarehaus (ziemlich agil meiner Meinung nach….)
Diese Auswertung macht sicherlich Sinn:
Wie viel Umsatz haben wir dieses Jahr gemacht, und was blieb als Gewinn vor Steuern hängen (EBIT)?
Ok, das macht Sinn, aber, es ist ein bisschen sehr grob…. Etwas granulare wäre sicherlich gut.
also:
welchen Gewinn vor Steuern haben wir in welcher Sparte (Entwicklung, Beratung, Infrastruktur etc.) gemacht?
Spätestens jetzt ist der Moment gekommen, wo der Zahlenfetischist berichtigt Einspruch erhebt und sagt: „das kann aber nur mit einem soliden Zahlenwerk im Hintergrund ausgewertet werden!“ Stimmt! Was anderes hat auch nie jemand behauptet. Die Frage liegt hier lediglich im Sinn und Unsinn der Granularität bzw. wozu dieses Zahlenwerk alles „missbraucht“ / genutzt werden soll und wie es zustanden kommt.
Um zu sehen wie viel Gewinn in einer Sparte erwirtschaftet wurde genügen meist ganz einfach Kostenstellenstrukturen. Fakturierte Stunden, Reisekosten, Weiterbildung, Hard- und Softwareanschaffungen, sonstige Kosten und gut ist. Um die fakturierbaren Stunden zu erfassen bedarf es ganz sicher der Mithilfe der Angestellten die sie leisten. ggf. sollten/müssten/ist es sinnvoll wenn sie diese selbst erfassen. Alles andere kann ein Managementteam in BackOffice erledigen. (PS: 56% produktive / fakturierbare Stunden und 44% BackOffice, Meetings etc. ist für einen Entwickler / Berater kein gutes Verhältnis -> …selbst so erlebt…)
Mal angenommen bei einer solchen Auswertung zeigt sich dann, dass eine Sparte sehr schlecht abschneidet – dann ist der Zeitpunkt richtig ein genaueres Reporting einzuführen, um für einen begrenzten Zeitraum zu monitoren was da ggf. nicht stimmt….. Das hat dann aber nichts mehr mit dem Auswerten agiler Prozesse zu tun, sondern hier geht es dann darum einem Problem auf die Schliche zu kommen.
Mal ehrlich: interessiert es sie wirklich wie viele Stunden anteilig auf Reisekostenerfassung, Reisezeit, fakturierbare Reisezeit etc. entfallen wenn das EBIT am Jahresende Ihre Erwartungen erfüllt? Ok, das könnte noch mit „JA“ beantwortet werden. Aber interessiert Sie das wirklich für jedes Projekt, über alle Jahre hinweg oder reicht es nicht so etwas immer mal wieder / stichpunktartig zu beleuchten….
In der Gastronomie z.B. gibt es eine recht einfache Faustregel: Einkaufspreis mal 3,5 (nicht für Getränke). Das passt für einen Großteil aller Gerichte, und dabei ist es dann egal, ob der Tellerwäsche für das Geschirr des Schnitzels mit Salat länger braucht als für den Pizzateller.
Zugegeben, das war sehr HighLevel beschrieben, aber deswegen steht da ja am Anfang auch „Quick Guide“ ;-)

Kommentare:

  1. Erinnert mich ein wenig an etwas das ich mal geschrieben hatte http://www.ilovesharepoint.com/2008/07/reductio-ad-absurdum.html

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  2. Jep, da kamen wir, mit nicht ganz 3 Jahre dazwischen zum gleichen Ergebnis ;-)

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